Gartenarbeiten im Dezember

Stämme von Obstbäumen pflegen

Bevor Sie die Stämme von Obstbäumen kalken, sollten Sie die lose Rinde vorsichtig abkratzen. Dabei werden Schädlinge entfernt, die darunter überwintern. Legen Sie vorher eine Plane auf die Baumscheibe, damit lassen sich die Rindenstücke und Schädlinge leichter entsorgen. Anschließend kann der Stamm mit einem Weißanstrich (zum Beispiel von Schacht oder Neudorff) bestrichen werden. Er verhindert, dass die Rinde bei starken Temperaturschwankungen im Winter aufreißt und sich Krankheitskeime ansiedeln können. Gleichzeitig wird durch den Kalk der pH-Wert angehoben, was Pilzkrankheiten das Leben erschwert. Junge Bäume können gegebenenfalls zusätzlich noch mit Manschetten oder Drahthosen gegen Wildverbiss geschützt werden.

Infektionsquellen entfernen

Viele Obstkrankheiten überwintern am oder im Baum: Obstbaumkrebs an Ästen und Stämmen, Monilia-Spitzendürre in befallenen Zweigen, Monilia und andere Fruchtfäulen in Fruchtmumien, Apfelmehltau in den Triebspitzen, Schorf und andere Blattfleckenpilze im Falllaub. Beugen Sie fürs nächste Jahr vor, indem Sie alles Kranke aus dem Garten entfernen. Krebswunden an trockenen Tagen großzügig ausschneiden und anschließend gründlich verstreichen.

Infektionen durch Kräuselkrankheit verhindern

Etwa ab Weihnachten sind die Blattknospen der Pfirsichbäume nicht mehr vollständig geschlossen. Bei feuchtem, mildem Wetter (über 7 °C) können dann schon die Sporen der Kräuselkrankheit eindringen und die Blattanlagen befallen. Dagegen beugen regelmäßige Behandlungen mit einem Obstspritzmittel vor.

Zeit für die Bodenprobe

Dezember ist ein guter Zeitpunkt, um im Garten Bodenproben zu nehmen und analysieren zu lassen. Dafür entnehmen Sie an fünf bis zehn Stellen spatentief Boden aus dem Beet oder vom Rasen. Schaben Sie einen Löffel voll Erde vom Spaten, am besten arbeiten Sie dazu von unten nach oben. Mischen Sie die Proben in einem Eimer und füllen Sie etwa 500 g in einen Plastikbeutel.

Beschriften Sie den Beutel und senden ihn an eine Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalt. Eine Adresse hierfür ist auch auf der Seite unseres Stadtverbandes Dresdner Gartenfreunde e.V. aufgeführt.

Schnittgut häckseln und mulchen

Jetzt beginnt die Zeit für den Schnitt von Sträuchern und Bäumen. Das anfallende Schnittgut ist viel zu schade für den Müll und wird gehäckselt zu wertvollem Mulch. Sortieren Sie aber vor dem Zerkleinern krankes Holz heraus. Denn wenn Erreger von Pilzkrankheiten daran sitzen, verteilen Sie diese mit dem Mulch im ganzen Garten. Vor dem Mulchen sollten Sie 50 g/m2 Hornspäne auf die Erde streuen. Damit beugen Sie Stickstoffmangel vor, der durch die Zersetzung des frischen Mulchmaterials entstehen kann. Für neu angelegte Staudenbeete eignen sich die frischen Häcksel jedoch nicht, denn sie zu viel Gerbsäure enthalten, was den Wuchs behindert. Der anfallende Strauch- und Baumschnitt lädt geradezu ein, jetzt ein Hochbeet anzulegen. Zerkleinert und gehäckselt bildet er nämlich zusammen mit Laub die etwa 30 cm hohe Grundlage für ein Hochbeet. Darauf kommt etwa 20 cm hoch ein Gemisch aus reifem Kompost und Gartenerde.  Den Abschluss bildet eine 10 cm dünne Lage frischer Qualitätsblumenerde. Die Einfassung kann man als fertigen Bausatz kaufen oder selbst aus Brettern und Kanthölzern zusammenschrauben. Als Schutz gegen Wühlmäuse legt man zuunterst Drahtgeflecht ins Hochbeet. Ungehäckseltes Schnittgut als Haufen aufgeschichtet, bietet Nützlingen ein Winterquartier.

Wühlmausbekämpfung

In diesem Jahr gab es viele Anfragen zur Bekämpfung dieser sehr zahlreich auftretenden Schädlinge. Der Winter und das zeitige Frühjahr ist die beste Zeit dafür. Da ist Futtermangel bei den Pflanzenfressern und der Einsatz von Giftködern ist am erfolgversprechendsten.

Ernten im Winter

Gemüse, das noch auf dem Beet steht, sollte mit Vlies, Laub oder Fichtenreisig vor Frösten geschützt werden. Lauch, Rosenkohl und Grünkohl können so in frostfreien Perioden bis Ende Januar geerntet werden. Auch Feldsalat, Spinat und Winterportulak können problemlos unter dieser Schutzschicht im Gemüsebeet - auch im Hochbeet - überwintern. Auch sollte man das Unkraut weiter von den Beeten entfernen, wenn auch sonst nichts mehr wächst, das Unkraut schon.

Teich

Im Teich sollte auf einem guten Luftaustausch geachtet werden. Bei geschlossener Eisdecke können evtl. austretende Faulgase nicht entweichen und den Fischen schaden. Hier schafft ein Eisfreihalter Abhilfe. Auch kann eine zusätzliche Belüftung durch eine Membranpumpe oder ein Oxidator eingesetzt werden.

Eingelagertes

Obst und Gemüse regelmäßig kontrollieren. Krankes, fauliges sofort aussortieren um eine Ansteckung zu vermeiden.

Zimmerpflanzen

Pflanzen im Winterquartier regelmäßig auf Schädlinge kontrollieren und nur bei Bedarf gießen. Kakteen welche nun kühl und trocken stehen, belohnen uns im Frühjahr mit Blüten. Weihnachtssterne vertragen keine Zugluft. Beim Kauf und Transport auf ausreichenden Schutz achten, besser zu viel als zu wenig Einpacken. Gerade bei trockener Heizungsluft sorgt das Besprühen der Zimmerpflanzen für bessere Luftfeuchtigkeit und beugt einen Befall von Spinnmilben vor. Für Zimmerazaleen ist es besser deren Wurzelballen ganz ins Wasser zu tauchen anstatt von oben zu gießen.

Barbarazweige

Am 4. Dezember ist der Gedenktag der heiligen Barbara. An diesen Tag geschnittene Kirschzweige erfreuen uns zu Weihnachten mit ihren Blüten. Voraussetzung hierfür ist ein vorangegangener Frost. Wo dies noch nicht eingetreten ist, können die Zweige vorher in der Kühltruhe übernachten.

Ich wünsche allen eine schöne Adventszeit, ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in ins kommende Jahr

 

Eure Fachberaterin

Katrin Keiner

Tel.: 015208821744

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