Gemeinnützigkeit und kleingärtnerische Nutzung

Immer wieder das Selbe, alle fünf Jahre die gleichen Ängste: Bei der nächsten Bewertung bekommt die „KGV Hellersiedlung Nördhöhe e. V. „ die kleingärtnerische Gemeinnützigkeit aberkannt. Der nächste Überprüfungstermin ist 2015.

Ich stelle mir oft die Frage: „Was unternehmen wir  gegen die drohende Aberkennung?“ Oder besser gesagt: „Warum unternehmen wir nicht alles in unserer Macht stehende um die kleingärtnerische Nutzung zu behalten?“

Ich rede hier nicht von solchen selbstverständlichen Dingen wie die Einhaltung von Baunormen und Heckenhöhen. Hier ist die Hellersiedlung schon auf einem guten Weg!

Ich rede von den vielen kleinen Dingen, welche wir sehr gut beeinflussen können. Voraussetzung hierfür ist nur der Wille eines jeden Gartenfreundes, angefangen in seinem eigenen kleinen oder größerem gepachtetem „Paradies“.

Jeder Garten hat die Pflicht und die Möglichkeit nach außen zu zeigen, dass wir kleingärtnerisch tätig sind.

Dazu gehört nicht nur der Anbau von Obst und Gemüse, sondern auch der allgemeine, ordentliche Umgang mit unseren Ressourcen – der Natur. Das äußere Erscheinungsbild ist dabei sehr wichtig!

Auch kontaminierte Gärten sind in der Pflicht Anbaufläche nachzuweisen. Neben Obstbäumen können Gemüse u.a. mit wenig Aufwand in Hochbeeten, Töpfen und Kübeln oder sogenannten Pflanzbags kultiviert werden. Blumenrabatten gehören ebenso zur Struktur unserer Anlage.

Das Schaffen von kleinen Biotopen sollten wir ebenso fördern. Darunter zählen nicht nur Teiche, Nist- und Futterkästen, sondern auch der Bau von Insektenhotels, Trockenmauern und der Erhalt unserer Bäume und dicken Hecken.

Wer wachen Auges durch unsere Anlage geht wird sich immer wieder von der Vielfältigkeit und Kreativität seiner Nachbarn inspirieren lassen können. Mit den „Augen klauen“ ist nicht verboten und wer Gespräche mit anderen Gartenfreunden sucht wird für Probleme und Fragen bestimmt Antworten und Lösungen finden. (Gemeinnützigkeit kommt auch von  gemeinsam und Nutzen.)

Ein weiterer, für mich sehr wichtiger Aspekt, ist der Umgang der Gartenfreunde miteinander. Er sollte von Offenheit geprägt sein, nicht mit den Fingern auf andere zeigen –„Das darfst du nicht…“ – sondern gemeinsam nach Lösungen suchen, Hilfestellung und Unterstützung anbieten.

Meiner Erfahrung nach verwenden wir viel zu viel Kraft zum Verbreiten von Pessimismus.

Wie soll die Stadtverwaltung, der Stadt- und Landesverband und auch andere Vereine uns anders wahrnehmen als negativ – wenn wir selbst so oft pessimistisch sind. Ein Blick in die Chronik der „Hellersiedlung“ tut mitunter gut! Eine Gemeinschaft welche unterschiedlichste gesellschaftlichen Umbrüche so gemeistert hat, kann sich ruhig ein bisschen Gelassenheit leisten. Wohlgemerkt: Gelassenheit – keine Gleichgültigkeit. 

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