Anwendungsgrundsätze Kompost

Anwendungszeitpunkt

Nährstoffhaltige Komposte sollten ab April bis September mit nachfolgender Begrünung oder Bepflanzung angewandt werden. Vor Ansaaten ist auch eine Herbstgabe möglich. Ansonsten sind im Herbst für Pflanzmaßnahmen nährstoffarme Komposte zu empfehlen.

Berücksichtigung der Pflanzennährstoffe

Die für die Pflanzenernährung wichtigsten Nährstoffe Stickstoff, Phosphat, Kalium und Magnesium können für die Düngung - mit Ausnahme von Stickstoff - zu 100 % angerechnet werden. Bei den empfohlenen Aufwandmengen reicht dies für mehrere Jahre.
Stickstoff ist zu über 90 % in der organischen Substanz des Kompostes gebunden. Die Gefahr schädlicher Auswaschung in das Grundwasser ist daher bei sofort ausgeführter Begrünung gering. Pro Jahr ist mit einer Freisetzung von 5-10 %, über mehrere Jahre mit max. 40 % des Gesamtstickstoffgehaltes zu rechnen. Um schnellen Aufwuchs und Bestandesschluss zu erzielen, kann im Anwendungsjahr eine zusätzliche und schnell wirksame Stickstoff-Ergänzungsdüngung sinnvoll sein.

Ermittlung der Aufwandmengen

Die Aufwandmengen werden nach Menge und Zeit auf den Bedarf der Pflanze und des Bodens unter Berücksichtigung der im Boden verfügbaren Nährstoffe und der organischen Substanz ausgerichtet.
Die Aufwandmengen an Kompost werden häufig durch hohe Gehalte an Pflanzennährstoffen begrenzt. Für Anwendungszwecke, die sie sehr hohe Aufwandmengen erfordern, sind daher nährstoffarme Kompostprodukte zu bevorzugen.

Einarbeitungstiefe

Die Einarbeitungstiefe von Fertigkompost soll bei bindigen Böden i.d.R. nicht mehr als 10 - 20 cm, bei sandigen Böden nicht mehr als 30 cm betragen. Für Pflegemaßnahmen genügt oft eine oberflächennahe Anwendung.

Ausreichende Erst-Bewässerung

Wegen seiner hohen Wasserkapazität nimmt Kompost viel Wasser auf. Bei Neuanlagen, Standortverbesserungen oder Anwendung von Oberbodenersatzstoffen, bei denen größere Mengen Kompost zum Einsatz kommen, ist daher auf eine ausreichende Erst-Bewässerung zu achten.

Planungsgrundlagen

Die nachfolgend aufgeführten Planungsgrundlagen entsprechen den "Qualtätsanforderungen und Anwendungsempfehlungen für organische Mulchstoffe und Komposte im Landschaftsbau" der FFL - Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V.. Sie berücksichtigen auch die Landschaftbau-Fachnormen DIN 18 915 bis DIN 18 919 in der aktuellen Ausgabe.
 

Neuanlage und Rekultivierung

Der Neuanlage von Gärten und Grünanlagen geht i.d.R. eine Baumaßnahme voraus, die gestörte Flächen hinterläßt. Oft sind es extreme, geschädigte oder humusarme Böden, die rekultiviert oder neu angelegt werden müssen. Anstehende nährstoffarme Unterböden, Tone, Kiese usw. sind mit Kompost zu mischen, um eine durchwurzelbare vegetationsfähige Bodenschicht zu schaffen.
Um rasch einen abnahmefähigen Zustand zu erreichen, ist ggf. eine zusätzliche N-Düngung erforderlich.
Bei der Rekultivierung von Flächen sind oftmals spezifische geologische und hydrologische Gegebenheiten des Standortes und der Folgenutzung zu beachten. Bei großflächigen Rekultivierungen sind die Gegebenheiten und Maßnahmen i.d.R. in einem Rekultivierungsplan benannt bzw. vorgegeben.
 

Zier und Strapazierrasen
Ansaat nach DIN 18917

Rekultivierung

   

Kompost
nährstoffarm

Kompost
nährstoffhaltig

 

schwach bindige Böden
(Sand)

bis 25 l/m²

bis 12 l/m²

 

bindige Böden
(Schluff,Lehm)

bis 35 l/m²

bis 18 l/m²

   

stark bindige Böden
(Ton)

bis 40 l/m²

bis 20 l/m²

   

Bevorzugt wird fein- oder mittelkörniger, nährstoffarmer bis nährstoffhaltiger Fertigkompost

 

Bodenverbesserung
bei Bepflanzungen

nach DIN 18916

Landschaftsrasen
nach DIN 18917

   

Kompost
nährstoffarm

Kompost
nährstoffhaltig

 

schwach bindige Böden
(Sand)

bis 20 l/m²

bis 10 l/m²

 

bindige Böden
(Schluff,Lehm)

bis 30 l/m²

bis 15 l/m²

   

stark bindige Böden
(Ton)

bis 35 l/m²

bis 18 l/m²

   

Bevorzugt wird fein- oder mittelkörniger, nährstoffarmer bis nährstoffhaltiger Fertigkompost

 

Bodenverbesserung
bei Gehölzpflanzungen

nach DIN 18916

   

Kompost
nährstoffarm

Kompost
nährstoffhaltig

 

schwach bindige Böden
(Sand)

bis 10 l/m²

bis 5 l/m²

 

bindige Böden
(Schluff,Lehm)

bis 20 l/m²

bis 10 l/m²

   

stark bindige Böden
(Ton)

bis 30 l/m²

bis 15 l/m²

   

Bevorzugt wird fein- oder mittelkörniger, nährstoffarmer bis nährstoffhaltiger Fertigkompost


Bei Maßnahmen der Bodenentsiegelung, z.B. beim Rückbau von Straßen und Plätzen, werden oft extrem verdichtete und bindige Böden vorgefunden, die nach jahre- bis jahrzentelanger Versiegelung kaum noch Bodenleben aufweisen.
 

Bodenverbesserung
nach einer
Bodenentsiegelung

nach DIN 18915

   

Kompost
nährstoffarm

Kompost
nährstoffhaltig

 

extrem verdichtete
und bindige Böden

bis 35 l/m²

bis 18 l/m²

 

alle anderen Böden

bis 20 l/m²

bis 10 l/m²

   

Bevorzugt wird mittelkörniger, nährstoffarmer bis nährstoffhaltiger Fertigkompost



 

Standortverbesserung

Beim Pflanzen von Gehölzen ist die Wurzelkrone stark verkleinert. Kompost fördert die Versorgung der Pflanzen mit Wasser und Nährstoffen.
Straßenbäume oder Gehölzpflanzungen in bebauten Bereichen sind besonderen Streßsituationen durch Streusalz, belastete Niederschläge, Bodenversauerung und knappe Wasserreserven ausgesetzt. Versauerte und degenrierte Böden können durch den mikrobiell aktiven Kompost revitalisiert werden. Der Basenreichtum von Kompost puffert Versauerungen durch Luftimmissionen, Düngemittel und Salz ab.
 

Verfüllen von
Pflanzlöchern

nach DIN 18916

Bodensanierung bei
Gehölzpflanzungen
und Straßenbäumen

nach ZTV Baumpflege

   

Kompost
nährstoffarm

Kompost
nährstoffhaltig

 

Zumischung
von Kompost

bis 30 Vol. %
der Verfüllmenge

bis 20 Vol. %
der Verfüllmenge

 

Kompost wird mit dem Bodenaushub und ggf. weiteren Mischkomponenten (z.B. Lava, Ziegelsplitt, Ton) vermischt und das Pflanzloch mit der Mischung verfüllt. Bevorzugt wird fein- oder mittelkörniger Fertigkompost.



 

Unterhaltungspflege

Eine kontinuierliche Unterhaltungspflege mit Kompost trägt bei Pflanzungen und Rasenflächen zur dauerhaften Gesunderhaltung des Bodens und der Vegetation bei.
 

Unterhaltungspflege
nach DIN 18919

   

Kompost
nährstoffarm

Kompost
nährstoffhaltig

 

Pflege
von Pflanzflächen

bis 8 l/m²
alle 3 Jahre

bis 4 l/m²
alle 3 Jahre

 

Regeneration
von Rasenflächen

bis 15 l/m²
alle 5 Jahre

bis 7 l/m²
alle 5 jahre

   

Bevorzugt wird feinkörniger, nährstoffarmer bis nährstoffhaltiger Frisch- oder Fertigkompost. Kompost wird oberflächlich ausgebracht oder flach eingearbeitet, bei Rasen z.B. mit Netzegge.



 

Mulchen

Mulchstoffe schützen den Boden vor Erosionen und Austrocknung. Die mit dem Mulchkompost eingebrachten Nährstoffmengen müssen in der Nährstoffbilanz berücksichtigt werden. Spezifische Mulchstoffe wie Mulchkompost oder Rindenmulch mit geringen Feinanteilen verwenden. Mulchstoffe mit sehr geringen Nährstoffgehalten (z.B. Rindenmulch) können in höherenAufwandmengen (z.B. zur Unterdrückung von Unkrautwuchs) eingesetzt werden.
 

Mulchen
nach DIN 18916

   

Mulchkompost/
Mulchstoffe

 

Mulchen
bepflanzter Flächen

bis 20 l/m²
alle 3 Jahre

 

Rindenmulch

bis 60 l/m²
einmalig



 

Herstellen von Oberbodenmaterial

Vegetationstragschichten werden als durchwurzelbare Schicht über Baugrund-, Drän- oder Filterschichten dort eingesetzt, wo der bestehende Boden abgetragen wurde, aufzufüllen ist, oder eine Begrünung von Bauwerken vorgenommen werden soll.
Bei der Herstellung von Rasentragschichten müssen die verwendeten Mischkomponenten so abgestimmt werden, dass die Scherfestigkeit, die Wasserdurchlässigkeit und weitere belastungsabhängige Merkmale im optimalen Bereich liegen.
 

Herstellen von
Vegetations-
Tragschichten
für Pflanzungen

nach DIN 18915

Herstellen von
Rasentragschichten

nach DIN 18915

   

Kompost
nährstoffarm

Kompost
nährstoffhaltig

 

Zumischung
von Kompost

bis 30 Vol. %

bis 15 Vol. %

 

Bevorzugt wird fein- oder mittelkörniger, nährstoffarmer bis nährstoffhaltiger Fertigkompost. Die Gesamtschichtdicke, die Kompost enthält, beträgt bei Vegetationstragschichten 20-40 und bei Rasentragschichten 10-20 cm. Bei stark belastetem Rasen ist die Kompostmenge um bis zu 50 % zu reduzieren.



Aus unbelebten und nährstoffarmen Unterböden können durch Zumischung von Kompost und ggf. weiteren Mischkomponenten Oberbodenersatzstoffe hergestellt werden.
 

Herstellen von
Oberbodenersatz

Ansaat nach DIN 18915

   

Mischung von Kompost mit
nährstoffarmen Unterböden

 

Kompost
nährstoffarm

Kompost
nährstoffhaltig

 

schwach bindige
Unterböden (Sand)

bis 20 l/m²

bis 10 l/m²

 

bindige Unterböden
(Schluff,Lehm)

bis 30 l/m²

bis 15 l/m²

   

stark bindige
Unterböden(Ton)

bis 40 l/m²

bis 20 l/m²

   

Bevorzugt wird fein- oder mittelkörniger, nährstoffarmer bis nährstoffhaltiger Fertigkompost. Die Gesamtschichtdicke, in der das Gemisch aufgetragen wird, beträgt in der Regel 10-30 cm.

 

Quelle: http://www.humuswirtschaft.de/

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