Senioren- und Gemeinschaftsgarten

In unserem Kleingartenverein ist der Altersdurchschnitt recht gut besetzt. Im selben Maß, in dem es ältere Pächter gibt, beginnen sich auch gerade junge Familien für einen Garten in unserer Anlage zu interessieren.

Aus dieser Sicht hat unser Verein eine tragfähige Perspektive, im Gegensatz zu den Vereinen im ländlichen Raum, welche durch den demographischen Wandel vor teils rießigen Problemen stehen.

Jedoch gibt der demographische Wandel auch unserem Verein Aufgaben auf.

So ist der Seniorenanteil auch bei uns sehr groß.  In diesem Zusammenhang kommt es mitunter zu Situationen, welche durch die Pächter selbst schwer zu handhaben sind. Irgendwann ist man einfach (vom Alter her) nicht mehr in der Lage die Gartenarbeiten physisch zu leisten. Die Beete sind immer tiefer…. Die Arme werden immer kürzer…. Irgendwie dauert die Arbeit auch immer länger… Das Alter geht nun mal nicht spurlos an einem vorbei. Es trifft jeden, den Einen früher, den Anderen später…

An diesem Punkt kommt dann der Punkt, an welchem man über die Abgabe des Gartens denken muss. Jedoch ist diese Frage nun wirklich nicht leicht. In den meisten Fällen kommt mit der Aufgabe des Gartens auch die endgültige Verabschiedung aus der Gemeinschaft des Vereines, welcher über Jahre hinweg als soziales Bindeglied im Leben gewirkt hat.

Hier stellen sich für mich Fragen:

·         Muss das wirklich so sein?

·         Kann man sich wirklich nur einen Garten „leisten“ solange man noch leistungsfähig ist?

·         Haben wir, die jüngere Generation, nicht eine Pflicht innerhalb des Vereines hier gegen zu steuern?

Beim Internetauftritt der “ KGV Buchhang e.V.“ habe ich ein interessantes Projekt gefunden, welches ich Euch hier vorstellen möchte:

Senioren- und Gemeinschaftsgarten.

Er ist der erste seiner Art in Frankfurt am Main, von Seiten Dritter wird gegenüber dem Verein geschmeichelt, er sei sogar der erste seiner Art in Hessen. Mittlerweile folgten weitere Frankfurter Kleingärtnervereine diesem Vorbild und erstellen gleichfalls auf ihren zu bewirtschafteten Flächen "Begegnungsgärten".

Ziel des Vereins ist es, insbesondere den älteren Mitgliedern, die nicht mehr alleine und selbständig ihre Parzelle bewirtschaften können, eine Alternative zu ermöglichen. Das bedeutet sich weiterhin in der kleingärtnerischen Gemeinschaft mit Ihren sozialen Strukturen aufhalten zu können und sich nach den individuellen körperlichen Möglichkeiten und Bedürfnissen der Pflege sowie Bewirtschaftung eines "seniorengerechten" Kleingartens widmen zu können. Gleichzeitig stellt der "Senioren-/Gemeinschaftsgarten" von seiner Lage im Verein einen wichtigen Treffpunkt aller Mitglieder dar, unweit von unserem Vereinshaus mit seinen Sanitäreinrichtungen.

Die räumliche Gestaltung unterstützt die Idee mit unterschiedlichen Hochbeeten, einer attraktiv gestalteten und zu beschattenden Freisitzfläche, von der aus der Garten und/oder auch die Aktivitäten auf dem in unmittelbarer Nachbarschaft gelegenem Festplatz verfolgt werden können.  führten zu einem gelungenen Ergebnis.

Gleichzeitig wurde eine ideelle Brücke zwischen Alt und Jung errichtet, frei gemäß dem Motto:

Wissenstransfer - Junge Küken lernen von alten Hasen.

In einer Kooperation mit der Nachbarschaftshilfe Bornheim e.V. konnten Kinder- und Jugendgruppen an und in die Natur geführt werden und bereits beispielsweise den skizzierten Unterschied zwischen einer kleingärtnerischen Freilandtomate und der aus dem Discounter "erschmecken". Aufmerksamkeit erweckte bei den Kindern gleichzeitig die vielfältig zu beobachtenden Insekten- und Vogelarten, so dass wir als theoretischen Anschauungsunterricht Infobildtafeln über Vögel und Insekten, thematisch abgerundet mit einem Insektenhotel und unterschiedlichen Nistkästen, erstellten.

Der Kontakt zwischen Alt und Jung oder Jung und Alt führt alle Beteiligten zu einem abwechslungsreichen Erlebnis, von welchem beide Seiten jeweils auf ihre Art und Weise profitieren.

Quelle: www.kgv-buchenhang.de

Andere Anlagen haben einen Mitgliederbeschluss gefasst, nach welchem ein Pächter auf Antrag seine Parzelle in eine „Seniorenparzelle“ überführen kann.  In Seniorengärten ist hier die Anbaufläche extra definiert, eben auf die Leistungsgrenze der älteren Generation angepasst. Im konkreten Fall können bis zu 10 % der Ablage in Seniorengärten gewandelt werden. Nach Pachtende wird die entsprechende Parzelle durch einen neuen Pächter wieder normal bewirtschaftet.

Durch beide Projekte werden ältere Gartenfreunde länger in das Vereinsleben integriert.  

Ich finde diese Ideen sehr interessant.  Vielleicht kann ich über diesen Weg eine Diskussion zu diesem Thema anstoßen.

Ich würde mich über Beiträge von Euch sehr freuen.

 

Peter Keiner

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