Ein Kleingarten ist ein Garten welcher zum überwiegenden Teil gärtnerisch bewirtschaftet wird, also mindestens 51%. Daraus ist die 1/3 Regelung für den Anbau an Obst und Gemüse entstanden. Wie das ausgewogene Verhältnis zwischen Obst und Gemüse hierbei zu bewerten ist, ist Auslegungssache. Die im Stadtverband „Dresdner Gartenfreunde e.V.“ bestehende Ansicht, 50% Obst und 50% Gemüsebeete ist meiner Meinung nach zu eng gefasst und es sollten hierbei örtliche Gegebenheiten wie z.B. Größe der Parzellen, geographische Besonderheiten, steile Hanglage etc. beachtet werden. Außerdem hat jeder einen anderen Geschmack und Vorstellung. Wichtig sind die Bewirtschaftung und der Gesamteindruck. Von der Gesamtfläche des Gartens mindestens 33% Obst und Gemüse, eigener Kompost, Stauden, Blumenrabatten, kleine Biotope, nicht mehr als 1/3 Rasen und so wenig wie möglich versiegelte Fläche.  Kleingartenanlagen sind gerade im städtischen Raum ein Refugium für viele Tiere und ein nicht zu unterschätzender Beitrag zur Erhaltung unserer Natur und Umwelt. Ein naturnaher Garten ist nicht verwildert. Hier gibt es Nahrung für unsere wichtigsten Helfer über die ganze Saison, von den ersten Blüten der Lenzrosen und Winterlinge bis zu den ersten Frösten die Blüten von Herbstzeitlosen und Astern.

Beim Einsatz von Chemie gilt; so wenig wie möglich aber so viel wie nötig. Pflanzenschutz ist keine Hexerei. Er beginnt schon bei der Auswahl der Pflanzen. Lage, Sonne und Schatten, Klima und Bodenverhältnisse sind nur das erste Auswahlkriterium. Anfälligkeit/Resistenzen/Verträglichkeit untereinander oder Befruchtersorten bei Obst sind zu beachten. Erst danach sollte, nach persönlichen Vorlieben, weiter ausgewählt werden - frühe oder späte Ernte, Geschmack etc. Und nun kommt noch das Pflanzen; wo, mit welchen Nachbarn und auch die Pflanzfolge. Hier verträgt sich nicht Jeder mit Jedem. Regelmäßige Pflege gehört auch zum Pflanzenschutz. Der richtige Schnitt an Bäumen und Sträuchern, eine ausgewogene Versorgung mit Nährstoffen und Wasser hält die Pflanzen vital und sorg für gute Ernten. Haben sich doch einmal Krankheiten oder Schädlinge etabliert, sollte man sich aber auch nicht scheuen mal etwas „Gewalt“ anzuwenden. Eine Austriebsspritzung im Winterausgang/ zeitigem Frühjahr bremst u.a. Brombeergallmilben oder Kräuselkrankheit am Pfirsich ein.    

Die Berechnung der Anbaufläche ist am einfachsten, wenn man sich seinen Garten mal aus der Vogelperspektive betrachtet. Sind wir doch mal ehrlich, kommen wir da auch auf die Hälfte mit gärtnerisch genutzter Fläche? Wie gesagt, Gesamtfläche minus Laube, Wege, Rasen und Koniferen sowie anderweitig genutzter Raum. Gemüsebeete unter Obstgehölzen zählen nicht doppelt, dafür wird aber der Rasen oder die Wiese unter den Bäumen nicht zur allgemeinen Rasenfläche gezählt. 

 

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